Deutsch

Mother, Deutsch

Manchmal ist weniger mehr. Für ein Jazz-Album von überbordender Musikalität, großem Melodienreichtum und subtilem Swing benötigt es bei „Mother“ nur zwei Beteiligte: Pianist Jacky Terrasson und Trompeter/Flügelhornist Stephane Belmondo. In einer ebenso intimen wie musikalisch hochkonzentrierten Session lassen sich die beiden voll und ganz ein auf ihr vielfältiges Songrepertoire aus den vielgehörten Standards „Lover Man” und “You Don’t Know What Love Is”, den Jazz-Klassikern „First Song” (Charlie Haden) und „In Your Own Sweet Way” (Dave Brubeck) und den französischen Chanson-Perlen „Que reste-t-il de nos amours“ (Charles Trenet) und „La chanson d’Helene“ (der herzzerreißend schönen, im Original von Romy Schneider gesungenen Titelmelodie des Films „Die Dinge des Lebens“). Selbst ein thematischer Ausreißer wie Stevie Wonders “You Are The Sunshine Of My Life” passt in der Interpretation von Terrasson und Belmondo hier ins ästhetische Gesamtkonzept.

Die von Terrasson und Belmondo komponierten bzw. in freier Improvisation entstandenen Titel zwischen all den Klassikern erhöhen den Spannungsbogen des Albums. Der Titeltrack „Mother“ ist eine wunderschön-melancholische Hymne mit Gänsehaut-Faktor, „Fun Keys“ bringt eine Dosis Funkyness ins Spiel, „Pic Saint-Loup“ eine kleine, wohldosierte Prise Free Jazz. Pianist Jacky Terrasson ist längst eine internationale Koryphäe, die man keinem Jazz-Freund mehr vorstellen muss. Stephane Belmondo, der in seiner französischen Heimat eine ähnliche Popularität genießt, wird dieses Duo-Album garantiert zahlreiche neue Fans bescheren.